Sonntag, 24. Juli 2011

Gỏi cuốn - Vietnamesische Sommerrollen


Obwohl es nach wie vor keine frischen Sprossen gibt, hatte ich wieder richtig Appetit auf vietnamesische Sommerrollen. Bei denen kann man ja je nach Geschmack variieren. Die wichtigste Zutat für Sommerrollen ist Reispapier. Dieses habe ich bei vietnamesischen Freunden zu schätzen gelernt. Die gebratene Variante habe ich bereits hier vorgestellt. Sommerrollen werden roh gegessen und ich habe in diesem Vietnamesischem Kochbuch von Bunzel eine leckere Variante entdeckt.
Bei den Sommerrollen wird das Reispapier mit den verschiedensten Zutaten gefüllt, aufgerollt und mit einem Dip roh verspeist. Dazu werden die einzelnen Zutaten vorbereitet und alles auf den Tisch gestellt und jeden kann sich seine Rolle je nach Geschmack selbst füllen und rollen. Bei der Füllung kann man nach gut Dünken kreativ auf alles, was man gerne isst, zurückgreifen. Angelehnt an Bunzels Rezept kommen bei mir meistens folgende etwas eingedeutschten Zutaten auf den Tisch.

  • Blattsalat (am besten verschiedene Sorten, wie Ruccola, Feldsalat, Spinat, Eichblatt, Frisée usw.)
  • Kräuter (Koriander, Petersilie, Schnittlauch, Vietnamesische Melisse)
  • Gekochte dünne Reisnudeln (Vermicelli) es gehen auch Glasnudeln
  • Omelettstreifen
  • Gebratene Wurst (gebrühte Knoblauchbratwurst, Chiliwürstchen u. ä.)
  • Mariniertes Schweinefleisch, dünn aufgeschnitten
  • Hühnerfilet, dünn aufgeschnitten  
  • Verschiedene Gemüse, in dünne Streifen geschnitten (Gurke, Möhre, Kohlrabi)
  • Verschiedene Sprossen
  • Gebratene Shrimps 
  • Verschiedene Dips (Süß-Sauer-Soße, Mangosoße, Sweet-Chili-Soße, Fischsoße) 
Zubereitung:
Alle Zutaten vorbereiten und auf dem Tisch anordnen.

Das Reispapier in Wasser tauchen, kurz weichen lassen und je nach Gusto an das untere Ende des Reispapieres verschiedene Zutaten drapieren.

Dann das Ganze aufrollen, dabei die Seiten des Reispapieres einschlagen. Fertig!
Die fertige Reispapierrolle in eine Soße je nach Geschmack dippen und schmecken lassen.

Vorbereitung der einzelnen Zutaten: 
Hühnerbrust:
Hühnerbrustfilet mit etwas Soja- und Fischsoße, Salz und Pfeffer marinieren und braten. Nach dem Erkalten in dünne Scheiben schneiden. Pro Person eine halbe Hühnerbrust rechnen.

Omelettstreifen:
Die Eier (2 Stück für 4 Personen) gut verrühren, dabei nicht schaumig schlgen und mit Pfeffer, etwas Fischsoße und einer Prise Zucker würzen.
Eine Pfanne mit Öl auspinseln, etwas Eimasse einfüllen, in der Pfanne verteilen, stocken lassen, wenden und herausnehmen. Jetzt zweimal einschlagen und gut auskühlen lassen. Dann das Omelett in dünne Streifen schneiden.

Mariniertes Schweinefleisch:
Ein Stück Schweinebauch (magerer) mit Ingwer, Zwiebel, Knoblauch, Chili, Pfefferkörner und Salz nicht zu weich kochen. Erkalten lassen und in dünne Streifen schneiden. Mit Fischsoße und etwas Ketjap Manis marinieren. Wer kein Ketjap Manis kann sich die süße Sojasoße auch selbst zubereiten, einfach dunkle Sojasoße mit etwas Honig anrühren. Dies kommt geschmacklich fast an Ketjap Manis heran.


Gebratene Wurst:
Die verschiedenen Würste in Scheiben schneiden und in wenig Fett anbraten. Danach gründlich entfetten, da alle Zutaten kalt gegessen werden und kaltes Fett ist nicht wirklich lecker.


Gemüse vorbereiten:
Das Gemüse waschen, putzen und in Streifen schneiden. Ich nehme gern Kohlrabi, Gurke und Möhre. Es geht natürlich auch anderes Gemüse.

Original gehört Fisch-Essig-Soße (Nước mắm dấm) zu den Sommerrollen. Die kann man sehr schnell selbst zubereiten. Reichlich Zucker in etwas warmen Wasser auflösen, Zitronensaft (oder Reisessig) und Fischsauce unterrühren. Feingehackten Knoblauch und Chilischoten dazugegeben. Ruhig etwas kräftiger würzen, da das Gemüse nicht gesalzen ist. Allerdings isst außer mir bei uns niemand gerne Fischsoße, deshalb lasse ich diesen Dip meistens weg, da der Geruch etwas gewöhnungsbedürftig ist. Im Übrigen gibt es Fischsoße mittlerweile auch bei Bamboo Garden. Diese ist allerdings nicht so geschmacksintensiv wie die originale Soße aber zum Einsteigen auch besser, da der Geruch nicht so intensiv ist.


Das Schöne an den Sommerrollen ist, dass sich jeder die Füllung nehmen kann, auf die er Lust hat. Dieses Gericht eignet sich auch hervorragend für gemütliche Partys, da das Befüllen der Rollen viel Spaß macht und man nicht nach 5 Minuten mit dem Essen fertig ist. Außerdem kann alles sehr gut vorbereitet werden. Durch die vielen verschiedenen Zutaten und unterschiedlichen Dips ergeben sich unterschiedlichste Geschmackserlebnisse. Ein weiterer Vorteil ist, dass Gäste mit Vorurteilen gegenüber der asiatischen Küche auf Grund der vielen "deutschen" Zutaten sich doch an dieses Essen herantrauen und bisher fanden es bei mir dann auch alle lecker.

Ich hoffe, ich habe die vietnamesischen Namen richtig dargestellt, falls nicht bitte verbessern. ;-)
Ich habe übrigens mal das Foto von der fertigen Sommerrollen ausgetauscht.

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